Motion
Mobiles und Immobiles
Eine Ausstellung im Classic Center Schweiz der Emil Frey AG bringt "Autos & Architektur" zusammen.
Die neue Reiselust der 1950er: Jaguar XK120 vor einem der ersten Motels der Schweiz in Losone TI.

Am liebsten liess er seine Schöpfungen mit aktuellen Mobilen fotografieren. Und General Motors tat ihm den Gefallen: Immer wieder arbeiteten der amerikanische Startarchitekt Frank Lloyd Wright und der Autokonzern zusammen, zum Mobilität und Immobilien zusammen zu verewigen. Bauhaus-Gründer Walter Gropius renovierte für die Adler-Werke deren Paradelimousinen. Und Norman Foster wagte sich an eine Neuinterpretation des Londoner Doppelstock-Busses. Immer wieder liessen sich Architekten vom Auto inspierieren und zu eigenen Entwürfen hinreissen.

Auf den ersten Blick scheinen Architektur und Automobile nicht viel gemeinsam zu haben – erstere steht für das Ankommen und am Ort sein, letztere für die grosse Freiheit der Bewegung. Aber beide stehen für den Fortschritt, für gestalterischen Aufbruch, neue Technologie und Materialien und – nicht zuletzt – beide sollen auch den Status und das Selbstverständnis ihrer Eigner widerspiegeln.

Ab sofort trägt eine neue Ausstellung mit dem Titel „Autos & Architektur“ im Classic Center Schweiz der Emil Frey AG dem Rechnung und zeigt zusammen, was im Kern auch eigentlich zusammengehört. Das Automobil hat den öffentlichen Raum geprägt und verändert wie kaum eine andere Erfindung. Seine rasche Verbreitung bedingte enorme städtebauliche und landschaftliche Eingriffe und gleich auch neue Bauformen, vom Parkhaus bis zur Werkstatthalle.

Die Ausstellung in Safenwil illustriert diese Wechselwirkung zwischen Baukunst und Autobau vor allem in der Schweiz mit Schwarz-Weiss-Fotos und ausgesuchten Oldtimern. Faszinierende Aufnahmen von Grossgaragen aus den späten 1920er-Jahren, Dokumente der Reiselust in den 1950ern, die Beigeisterung für den „American Way of Life“ drückte sich auch in expressiver Architektur aus. Tankstellen wie die Autobahnraststätte Deitingen-Süd mit den futuristisch anmutenden Betonschalenflügeln schossen wie Pilze aus dem Boden. Ohne das Auto gäbe es wohl auch die Halensiedlung bei Herrenschwanden nicht: Der um 1960 in einer Waldlichtung errichtete Betonklassiker verfügte über eine grosse Einstellhalle mit Nische für Autoschrauber sowie eine eigene Tankstelle.

Verdichtetes Bauen mit Tiefgarage und Tankstelle: Die Siedlung Halen bei Bern, um 1960.  Damals in Andermatt: James Bonds Dienst-Aston aus dem Film Goldfinger und Bilder der längst verschwundenen Tankstelle Aurora.  Original und Bild: Der Buick findet sich auch auf dem Foto der bei ihrem Bau revolutionären Tankstelle Deitingen-Süd. 

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni zu sehen bei der Emil Frey Classics AG, Bahnhofplatz 2, 5745 Safenwil. Öffnungszeiten Di.–Fr. 10–18 Uhr, Sa 10–16 Uhr. Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, den 13. Mai bietet das Museum einen Brunch und Sonderführungen.

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